TI CEO-Podcast · Folge 48
Weniger selbst machen, mehr prüfen
1 Minute in Kürze
Christoph Standl spricht in dieser Folge darüber, wie sich Arbeit durch künstliche Intelligenz gerade grundlegend verändert. Er berichtet von einem eigenen Skill, mit dem sein Team Visualisierungen ihrer Infopoints erzeugt, und erklärt, dass ein Skill eine Art wiederverwendbare Arbeitsanleitung für KI sei, in der Wissen und Regeln einmal festgelegt und danach immer wieder genutzt und verbessert werden könnten. Er betont, dass dadurch nicht mehr jedes Ergebnis selbst erstellt werden müsse, sondern Ziel und Wissen vorgegeben und das Ergebnis anschließend geprüft werde. Diese Verschiebung vom Erstellen zum Vorgeben, Beurteilen und Entscheiden beobachte er auch in der Softwareentwicklung, bei Angeboten und Präsentationen. Urteilsvermögen werde dadurch wichtiger, nicht unwichtiger, ebenso wie die Fähigkeit, Ziele klar zu beschreiben. KI solle die Qualitätsansprüche nicht senken, sondern helfen, sie zu erhöhen. Gute Arbeit bedeute künftig vor allem, Ziele klar zu definieren, Wissen verfügbar zu machen, passende Werkzeuge einzusetzen, Ergebnisse kritisch zu prüfen und Verantwortung zu übernehmen.
Beschreibung
Wie verändert künstliche Intelligenz eigentlich unsere tägliche Arbeit? In dieser Folge erzähle ich von einem konkreten Beispiel bei Tourismus Interaktiv: Wir erproben einen eigenen Skill für unsere Infopoints, in dem Wissen wie Maße, Proportionen und weitere Produktvorgaben hinterlegt werden. Damit können Infopoints beispielsweise an Orten dargestellt werden, an denen sie noch gar nicht stehen – und aus unterschiedlichen Perspektiven. Für mich zeigt dieses Beispiel eine viel größere Veränderung: Die menschliche Arbeit verschiebt sich zunehmend vom Selbermachen zum Vorgeben, Beurteilen und Entscheiden. Das gilt nicht nur für Bilder, sondern auch für Softwareentwicklung, Angebote, Präsentationen und viele andere Aufgaben. Gleichzeitig wird menschliches Urteilsvermögen dadurch nicht weniger wichtig – sondern wichtiger. Denn am Ende muss jemand entscheiden: Ist das Ergebnis wirklich gut? Genau darin sehe ich eine der wichtigsten Fähigkeiten für die kommenden Jahre: Ziele klar definieren, Wissen in wiederverwendbaren Skills verfügbar machen, die richtigen Werkzeuge einsetzen, Ergebnisse kritisch prüfen – und die Verantwortung dafür übernehmen. Und denkt daran: Große Veränderungen beginnen oft mit kleinen täglichen Schritten.
