TI CEO-Podcast · Folge 23
Warum autonomes Fahren auch den Tourismus verändern wird
1 Minute in Kürze
Christoph Standl spricht in dieser Folge seines CEO-Tagebuchs darüber, warum autonomes Fahren auch den Tourismus verändern wird. Waymo plane, seinen vollautonomen Fahrdienst gegen Ende 2027 in München anzubieten – von Tirol aus praktisch vor der Haustür. Was vor wenigen Jahren wie Science-Fiction klang, sei damit geografisch plötzlich nah; in Las Vegas gebe es bereits autonome Fahrten zum Flughafen. Seine Überlegung: Wenn wir während einer Autofahrt nicht mehr selbst fahren müssen, werde Reisezeit zu frei nutzbarer Zeit – arbeiten, einen Film schauen, den Urlaub planen oder schlafen. Damit verändere sich das Verständnis von Entfernung: Destinationen, die heute für einen Wochenendtrip zu weit weg scheinen, würden interessant; Mietwagen, Transfers, Flughäfen, Roadtrips und vielleicht sogar die Frage, wo man während einer Reise übernachtet, verändern sich. Autonomes Fahren sei dabei nur ein Teil einer größeren Entwicklung: Elektromobilität, Solarenergie, Batteriespeicher und bidirektionales Laden wachsen zusammen – ein Hotel könne künftig Energie selbst erzeugen, speichern und an Fahrzeuge abgeben, Mobilität, Gebäude und Energie beginnen, miteinander zu kommunizieren. Dazu komme Digitalisierung und KI: Das Fahrzeug werde zum digitalen Raum, in dem der Gast schon während der Anreise Aktivitäten auswählt, Tickets bucht und Informationen über seinen Urlaubsort bekommt. Für Tourismus Interaktiv und Tourismus.one stelle sich deshalb die Frage: Wo ist der Gast in fünf oder zehn Jahren – und wie erreichen ihn Informationen und Services dann? Vielleicht werde das autonome Fahrzeug selbst zum neuen Touchpoint. Große Veränderungen entstünden oft, wenn mehrere Technologien gleichzeitig reif werden – und sie beginnen mit kleinen täglichen Schritten.
Beschreibung
Autonomes Fahren kommt näher – und damit könnte sich auch grundlegend verändern, wie wir reisen. Aktuelle Entwicklungen rund um Waymo in München und Las Vegas zeigen, wie schnell sich Technologien weiterentwickeln, die vor wenigen Jahren noch wie Zukunftsmusik gewirkt haben. In dieser Folge meines CEO-Tagebuchs denke ich deshalb bewusst einige Jahre voraus: Was passiert, wenn wir während einer Autofahrt irgendwann nicht mehr selbst fahren müssen? Wenn Reisezeit zu frei nutzbarer Zeit wird? Und was bedeutet das für Destinationen, Hotels, Transfers und den gesamten Tourismus? Dabei geht es für mich nicht nur um autonomes Fahren. Mehrere Entwicklungen könnten zunehmend zusammenwachsen: Künstliche Intelligenz, Elektromobilität, Solar- und erneuerbare Energie, Batteriespeicher, bidirektionales Laden und digitale Plattformen. Besonders spannend finde ich die Frage, welche Rolle dabei künftig auch Tourismus Interaktiv und Tourismus.one spielen können. Heute bringen wir touristische Informationen beispielsweise über unsere Infopoints zum Gast. Aber als Technologieunternehmen müssen wir uns auch fragen: Wo befindet sich der Gast in fünf oder zehn Jahren – und wie erreichen ihn Informationen und Services dann? Vielleicht wird irgendwann sogar das autonome Fahrzeug selbst zu einem neuen digitalen Touchpoint während der Reise. Wir können heute nicht exakt vorhersagen, wie diese Welt aussehen wird. Aber wir können Entwicklungen beobachten, ausprobieren und frühzeitig darüber nachdenken, welche Chancen daraus entstehen. Denn große Veränderungen entstehen häufig dann, wenn mehrere Technologien gleichzeitig reif werden und beginnen, miteinander zu arbeiten. Große Veränderungen beginnen oft mit kleinen täglichen Schritten.
